Vielfalt in den Wirtschaftswissenschaften



Es ist schon länger Thema, aber immer noch aktuell: Wie plural sind die Wirtschaftswissenschaften, wie plural können sie sein?


Dazu gibt es ein spannendes Feature des SWR, in dem auch Prof. Dr. Silja Graupe und Lukas Bäuerle von der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung interviewt werden.


Realitätsferne Wirtschaftswissenschaft – Das VWL-Studium in der Kritik


Lukas Bäuerle geht in seiner Forschung unter anderem den Fragen nach, wie Studierende der VWL ihr Studium wahrnehmen und was ihnen fehlt.


https://makronom.de/ohne-effizienz-geht-es-nicht-29782


Zur Frage, was legitimes (ökonomisches) Wissen ist, haben Prof. Dr. Walter Ötsch und Theresa Steffestun dieses Jahr ein Buch veröffentlicht.

Ausgangspunkt des Sammelbands sind zwei Thesen: 1) Was als Wissen gilt und was nicht, bestimmt, wie wir z.B. Krisen wahrnehmen und überwinden können. 2) In ökonomisierten Gesellschaften ist das Wissen (und das Nichtwissen) von Ökonom*innen von besonderer Bedeutung.

Die Beiträge zeichnen also die Grenzlinien nach, die untersch. Theorieschulen, wie z.B. der österreichischen Schule, der Verhaltensökonomie oder der Rational Choice Theorie zwischen legitimen & illegitimen Wissen ziehen & welches strukturelle Nichtwissen sich dadurch ergibt. „Die Wissensordnung in der Standardökonomie ist hermetisch und dogmatisch zugleich. Gesellschaften, die ihren Vertreter*innen Autorität einräumen, drohen sich in deren epistemischen Lock-In einer marktfundamentalen Erzählung zu verfangen,“ erläutert Walter Ötsch.

Die Autor*innen zeigen auf, dass und welche Neuordnung ökonomischer Wissensbestände es braucht, um gegenwärtigen Krisen zu begegnen. Das Buch macht deutlich: die Neuordnung von Ordnungen des Wissens ist eine Frage der Maßstäbe.

„Ein epistemischer Lock-In wird lebensbedrohlich, wenn wir outside the box denken müssen, um etwa die Klimakrise zu bewältigen. Letzteres wird u.a. möglich, wenn nicht eine Methode, sondern der Gegenstand Ausgangspunkt + Maßstab ökonomischen Wissens ist,“ so Theresa Steffestun.

Hannah Heller und Valentin Sagvosdkin, Alumni der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung, zeigen ausgehend von Problemen der Umweltpolitik, wie eine solche Neuordnung der Wissensordnung aussehen kann. Inwiefern sich diese mittels Gemeinsinn demokratisch gestalten lässt, erörtert Annette Hilt, Professorin für Philosophie an der der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.


Hier geht's zum Buch.