Bittere Krisen - Süßes Schmalzgebäck - Miriam Wuttke über die Donut Ökonomie in #07 studies4future



Es gibt bereits einige Modelle, die ökologische und soziale Probleme abbilden. Der Donut, ein Modell der britischen Ökonomin Kate Raworth, zeigt allerdings Durchschlagskraft. Das jedermensch bekannte Schmalzgebäck mit Loch in der Mitte, bildet in wissenschaftlicher 2-D Variante die Grundlage, um für Länder, Städte, Organisationen, etc. individuell zu bestimmen, zu welchen Bedingungen es Mensch und Natur gut geht (“sweet spot”), und ab wann ökologische Grenzen überschritten oder soziale Grundbedürfnisse unterschritten sind.

Um all das besser zu verstehen haben sich Julius und Clara in Folge 7 mit Miriam Wuttke unterhalten. Sie beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit innerhalb verschiedener Disziplinen mit dem Thema Transformation und engagiert sich derzeit u.a. im Zero Waste e.V., in der Re-Use Berlin Initiative und auch bei der Regionalgruppe Donut4Berlin.


Euch hat die Folge neugierig gemacht, tiefer in die Materie einzusteigen? Ihr habt Lust euch selbst zu engagieren oder zum Donut-Festival in Berlin im September zu kommen? Dann scrollt nach unten, wir haben alles verlinkt:


Das Buch zum Donut: “Die Donut-Ökonomie: Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört” von Kate Raworth beschreibt die sozial-ökologische Krise aus ökonomischer Sicht und erklärt das, darauf antwortende, revolutionäre Donut-Modell noch einmal ganz genau. Dabei geht Raworth explizit darauf ein, welche Rolle die Wirtschaftswissenschaften dabei einnehmen und was sich hier, ihrer Meinung nach, für eine gelungene Krisenbewältigung, verändern muss.


https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-donut-oekonomie/978-3-446-25845-7/


Ihr möchtet genau verstehen, was der Begriff ‘sozial-ökologische Transformation’ bedeutet und wie das der Theorie nach funktioniert? Dann lest in das Buch von Maja Göpel:

“The Great Mindshift”

http://greatmindshift.org (open access)


oder in “Die Große Transformation - Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels?” von Uwe Schneidewind rein:


https://www.fischerverlage.de/buch/uwe-schneidewind-die-grosse-transformation-9783596702596



Die Initiative Donut Berlin gibt es seit Herbst 2020. Es ist eine „Bottom Up“ Bewegung, die zeitgleich mit dem Launch der DEAL (Doughnut Economics Action Lab) Plattform entstand, welche von Kate Raworth mitbegründet wurde. Das DEAL bietet weltweit einen Ankerpunkt für Menschen und Organisationen, die sich mit dem Doughnut als Modell für ein anderes Wirtschaften in Ländern, Städten, Kommunen und Unternehmen einsetzen und im Co-Creating und Sparring Prozess Werkzeuge und Lösungen schaffen, um den Doughnut in die Anwendung zu bringen.


https://doughnuteconomics.org/

https://donutberlin.de/


In der Donut Berlin Initiative engagieren sich auf der Basis systemischer und nicht-hierarchischer Grundsätze Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern und Gesellschaftsbereichen, um die Idee der Donut Ökonomie in Berlin zu verbreiten und mit anderen Initiativen und Vereinen Prozesse der Transformation für sozial-ökonomischen und -ökologischen Wandel voran zu bringen.


Miriam Wuttke ist seit März 2021 Mitglied des derzeitigen Kernteams und versucht, ihre fachliche Expertise und ihr Engagement im Bereich Kreislaufwirtschaft und soziale Teilhabe bei Donut Berlin einzubringen. Im Fokus des Engagements steht die Netzwerkarbeit, in der auch die Mitgliedschaft im Zero Waste e.V. und im SEND e.V. zum tragen kommt.


https://www.send-ev.de/

https://zerowasteverein.de/


Im Herbst (16.-19.09.2021) wird Donut Berlin ein Donut Festival ausrichten, das am Abend des 16.09.2021 mit einem „Imagineering“ mit Kate Raworth startet. Das Festival ist dezentral angelegt und kollaboriert an diesem Wochenende mit bereits bestehenden Formaten wie dem Zero Waste Berlin Festival und dem Global Goals Jam. Geplant ist am Freitag das Format „500 Salons" und am Samstag ein Doughnut Day Aktionstag in ganz Berlin. Am Sonntag soll das Festival mit vielen Engagierten am Tempelhofer Feld mit einem „Human Donut“ enden: Veranstaltet wird ein Picknick als Bild, das von oben einen großen Donut ergibt.


https://zerowasteberlinfestival.com/

https://www.17goalsmagazin.de/en/owning-the-sdgs/


Im Vorfeld zum Festival wird es einige Beteiligungsformate und eine Diskussionsreihe zu den vier Perspektiven der Donut Ökonomie geben. Aus den vier Perspektiven fragt der Donut nach dem guten Leben: lokal-sozial, lokal-ökologisch, global-sozial und global-ökologisch.

Jeden Monat bis zum Festival beleuchten Donut Berlin in Form eines Donut Talks eine dieser Perspektiven, mit Start im Lokal-Sozialen.


https://doughnuteconomics.org/events/112


Ein Best Practice Beispiel der Unternehmens-Umsetzung des Doughnuts in Berlin:


Über ihre Studiengruppe auf der DEAL Plattform lernte Miriam Wuttke eine Mitbegründerin der „Robin Hood Stores“ kennen, eine Bio-Markt-Initiative, welcher als Organisationsform der Doughnut Ansatz zugrunde liegt und die im April 2021 ihren zweiten Laden in Berlin eröffnete. Nach dem Prinzip der Mitwirkung und Mitgliedschaft sind Konsument:innen bei Robin Hood auch Mitbestimmer:innen und haben so Einfluss auf das Warensortiment. Die Gewinne nach Abzug der Reinvestitionen kommen der Bekämpfung von Armut und Klimawandel zugute. Lokales und Globales finden somit Beachtung.


Mehr zu Robin Hood gibt es hier:

https://robinhood.store/


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